Mitteldeutsches Kolloquium zur Alten Geschichte

Am 19. Januar 2013 fand das "Mitteldeutschen Kolloquium zur Alten Geschichte" im Senatsaal der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg statt. Das Kolloquium findet einmal pro Semester an jeweils einer anderen Universität des mitteldeutschen Raumes statt. Im Wintersemester 2012/13 lud nun der Magdeburger Althistoriker, Prof. Dr. Martin Dreher, Gäste aus den beteiligten Universitäten ein, um über den Stand der hiesigen Forschungen zu informieren. Zusätzlich wurde vom Veranstalter darauf Wert gelegt, dass auch der informelle Austausch unter den Teilnehmern gefördert wurde. Daher wurde zwischen den vier gehaltenen Vorträgen eine 2-stündige Pause eingelegt, in der Dozenten, Doktoranden und Studierende der verschiedenen Universitäten über aktuelle Projekte diskutieren konnten.

Die Vorträge selbst zeigten einen vielfältigen und intensiven Überblick über die derzeitigen Forschungsprojekte und Schwerpunkte am Lehrstuhl für Alte Geschichte in Magdeburg.

Den ersten Vortrag hielt Prof. Dreher mit dem Titel „ Recht, Religion und Magie im antiken Griechenland. Zum Stand der Forschung“. Hierbei plädierte Prof. Dreher, nach einer umfangreichen Bewertung des Forschungsstandes, dafür, die Gattung der antiken Fluchtafeln als Magie gehörigen Bereich anzusehen, die nicht in die Sphäre des „heiligen Rechtes“ gehöre. Durch seinen Vortrag gelang es Prof. Dreher, sowohl den auswärtigen Gästen als auch den Studenten der Universität, die Magdeburger Datenbank der Fluchtafeln „TheDeMa“ (Thesaurus Defixionum Magdeburgensis, hierzu mehr) näher zu bringen.

Im zweiten Vortrag „Die politischen Zentren der bundesstaatlichen Gemeinwesen im antiken Griechenland“ stellte Yves Löbel einige Ergebnisse aus seiner kürzlich erfolgreich verteidigten Promotionsschrift. „Die Poleis der bundesstaatlichen Gemeinwesen im

antiken Griechenland“ vor. In seinem Vortrag erläuterte Herr Löbel, welche Varianten von Hauptstädten es innerhalb der griechischen Bundesstaaten es gab und wie diese an einzelnen Beispielen einzuordnen sind. Herr Löbel gab damit den Hörern einen ersten Einblick in seine Doktorarbeit, an deren Publikation er derzeit arbeitet.

Im dritten Vortrag referierte Holger Schmidt, der an diesem Tag die Studenten der Universität vertrat, über das Thema „Die syrische Dekapolis in der frühen römischen Kaiserzeit“ und stellte die Frage, ob es sich bei der syrischen Dekapolis um eine ritterliche Provinz oder um eine Landschaft innerhalb der Provinz Syria handelte. Als einzigen Beweis für eine ritterliche Provinz können die Vertreter dieser Ansicht eine Inschrift aus Thrakien anführen, die den Lebenslauf eines Römers darlegt, der nach aktueller Ergänzung als Statthalter einer ritterlichen Provinz Dekapolisverstanden wird. Herr Schmidt konnte in seinem Vortrag aber anhand von Passagen aus Plinius’ naturalishistoria und weiterer Inschriften schlüssig belegen, dass es sich hierbei nicht um eine Provinz, sondern um eine Landschaft innerhalb der Provinz Syria handelte.

Der letzte Vortrag des Tages wurde von zwei Personen gehalten, zum einen von Dr. Eckart Frey, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Magdeburg und zum anderen von Dr. Friedbert Ninow, Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie an der Theologischen Hochschule Friedensau. Dr. Frey hob im ersten Teil des Vortrages die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der Universität Magdeburg mit der Hochschule Friedensau hervor, die u.a. zu erfolgreichen gemeinsamen Grabungen in Jordanien geführt habe. Prof. Ninow gab in einem zweiten Teil einen Einblick in die aktuellen Grabungsergebnisse im jordanischen Wadi-Balua, wo er eine größere Stadtanlage untersucht. Seine Funde können eine Nutzung der Stadt von der Eisenzeit bis in die Zeit des frühen Islams belegen.

Die Tagung bot somit ein Forum für regen Austausch der mitteldeutschen Althistoriker und werdenden Althistoriker. Es bot weiterhin den Magdeburger Studierenden einen Einblick in die vielfältige und facettenreiche Forschung innerhalb der Alten Geschichte an der Universität Magdeburg und den anderen beteiligten Universitäten.

 

 

 

Letzte Änderung: 24.10.2018 - Ansprechpartner: Prof. Dr. Martin Dreher