zum Projekt

Als Fluchtafeln (defixiones tabellae) werden mit einer Inschrift versehene, dün­ne Blechstücke bezeichnet, die den Zustand oder die Handlungen von Personen oder Tieren auf übernatürliche Weise gegen deren Wil­len be­einflussen sollen. Die bisher bekannten etwa 1600 defixiones wurden in der gesamten antiken Welt zwischen 500 v. Chr. und 500 n. Chr. hergestellt. Sie sind also einerseits ein universales Phänomen des Altertums, weshalb im Projekt Umfang und Art der Gemeinsamkeiten innerhalb dieser Quellengattung untersucht werden sollen. Andererseits sind sie geographisch und chronologisch ungleich verteilt und weisen beträchtliche lokale und regionale Besonderheiten auf. Dies führt zur Frage, in welchem Verhältnis die allgemeinen Merkmale dieser Quellengattung, ihre Universalität, zu ihrer spezifischen Ausprägung im jeweiligen Kulturraum, also ihrer Ortsgebundenheit, stehen. Dabei ist auch zu ermessen, wieviel Raum sich die Verfassersub­jekte genommen haben, um ihre individuelle Perspektive einzubringen.

Zur Bearbeitung dieser und weiterer Fragen aus dem Bereich der Kultur-, Religions-, Mentalitäts- und Rechtsgeschichte, ist es notwendig alle defixiones mit ihren verschiedenen äußeren, aber auch text­immanenten Merkmalen zu erfassen. Dafür ist diese Datenbank, der TheDeMa (Thesaurus Defixionum Magdeburgensis), erstellt worden, die der Wissenschaft ein aktualisier­bares Gesamtcorpus der Fluchtafeln zur Verfügung stellen soll.

 

Projektleitung: bisherige Mitarbeit: derzeitige Bearbeitung:
Prof. Dr. M. Dreher Dr. Kirsten Jahn Dr. Sara Chiarini
  Ulf Wucherpfennig Dr. Yves Löbel

 

 

Letzte Änderung: 24.10.2018 - Ansprechpartner: Prof. Dr. Martin Dreher